Eine Frage, die immer öfter gestellt, meist aber gar nicht richtig oder nur unvollkommen beantwortet wird.
Karate-do
ist sicherlich nicht die Kunst Bretter, Steine oder andere Gegenstände
mit Händen, Füßen, dem Kopf oder sonst einem Körperteil
zu zerschlagen. Weiterhin dient es nicht dazu, andere Menschen (ohne den Grund
der Selbstverteidigung) zu verletzen oder zu töten. Es mag zwar sein, dass
ein geübter Karateka oder ein anderer Kampfkunstexperte in der Lage ist,
diese "Taten" leichter zu vollbringen als eine ungeübte Person, dennoch
stellen diese weder den Sinn des Karate-do dar,
noch sind sie ein Ziel, das es zu erreichen gilt.
Karate-do ist eine Kunst. Eine Körper- und Kampfkunst und eine Methode der Selbstverteidigung. Sie ist auch ein Weg zur Weiterentwicklung der Persönlichkeit und zur Festigung des Charakters, der schließlich zu einem inneren Wachstum führt. Karate-do ist somit nicht nur eine Disziplin der Körperbeherrschung, sondern auch eine Schule der Geistesbildung, die einen das ganze Leben lang begleiten sollte. Meister Gichin Funakoshi schrieb hierzu:
"So wie die blanke Oberfläche eines Spiegels alles wiedergibt, was vor ihm steht, und wie ein stilles Tal selbst den schwächsten Laut weiterträgt, soll der Karateschüler sein Inneres leer machen von Selbstsucht und Boshaftigkeit, um in allem, was ihm begegnen könnte, angemessen zu handeln."
Für
die "westliche" Denkweise ist es schwierig, in einer körperlichen
Betätigung auch deren Einfluss auf die Entwicklung des Geistes (jap. "do")
zu erkennen. Gerade beim Kampfsport muss größter Wert auf die geistige Entwicklung
des Schülers gelegt werden, da ansonsten der großen Verantwortung mit dem
Umgang dieses Könnens nicht Rechnung getragen würde.
Die SKIF hat ein klares Konzept geschaffen, aus welchem hervorgeht, dass ausschließlich Shotokan Karate betrieben wird – im Training, auf Lehrgängen und Meisterschaften. Zahlreiche SKIF-Verbände haben japanische Chefinstruktoren, die weltweit für dasselbe hohe Trainingsniveau und für die Qualität der Unterrichtsmethoden bürgen. So werden Fehlentwicklungen, wie sie sich allenthalben in der Karate-Szene zeigen, beim SKIF unterbunden.
"Wir sehen uns bewusst als Gegensatz zum weit verbreiteten Sportkarate (häufig zu sehen in einschlägigen `Karate´-Filmen wie z.B. "Karate Tiger",etc.),welche sich, wie viele andere Sportarten, im physischen Training und dem Streben nach Wettbewerbserfolgen erschöpft."
Die Lebenserwartung in Europa ist hoch. Noch mehr als ein langes Leben wünscht man sich aber, auch die späten Lebensjahre in guter Gesundheit zu verbringen. Ab dem frühen Erwachsenenalter verringert sich die motorische Leistungsfähigkeit kontinuierlich. Im späten Erwachsenenalter macht sich zudem ein Nachlassen der kognitiven Leistungsfähigkeit bemerkbar. Sportliche Aktivität kann neben dem positiven Einfluss auf die körperliche Fitness auch zur Erhaltung dieser Fähigkeiten beitragen. Neuere wissenschaftliche Studien legen sogar den Schluss nahe, dass ein synchrones motorisches und kognitives Training besonders hilfreich zur Steigerung der geistigen Leistungsfähigkeit ist.
Eine gleichzeitige motorische und kognitive Beanspruchung des Körpers bietet ein Karate-Training in besonderem Maße. Es trägt aber auch zur Stimulation der inneren Organe bei, verbessert Kreislauf, Atmung und Verdauung und fördert insgesamt Gesunderhaltung und Beweglichkeit. Zudem ist Karate-Do eine Schule der Geistesbildung, die einen bis ins hohe Alter begleiten kann. Als ganzheitliche Bewegungsform fördert ein Karate-Training somit konditionelle, koordinative und kognitive Fähigkeiten. Das Erlernen neuer, unbekannter Bewegungsabläufe stellt für ältere Menschen eine Herausforderung dar, führt dabei aber gleichzeitig auch zu physischem und psychischem Wohlbefinden und zu Entspannung.